Univention Absolventenpreis

Jedes Jahr vergibt der Bremer Linux-Distributor Univention einen Preis für herausragende Abschlussarbeiten, die sich mit Open-Source-Software beschäftigt haben.

Das Ziel von Univention ist es, Open-Source-Software im professionellen Umfeld weiter zu verbreiten und auch die Entwicklung von innovativen Ideen voran zu treiben. Für Geschäftsführer Peter Ganten ist es wichtig, dass die Beschäftigung mit Open Source ein selbstverständlicher Baustein von IT-Ausbildungen wird. Er wolle mit diesem Preis nicht nur an die erfolgreichen Produkte mit Open-Source-Software erinnern, die ihren Ursprung an der Hochschule haben, sondern auch helfen einen Grundstein für neue Erfolge zu legen.

Der Preis ist mit insgesamt 3500 Euro dotiert. Der erste Platz erhält 2000 Euro, der zweite 1000 Euro und der dritte Platz 500 Euro.

Wer sich für diesen Absolventenpreis interessiert und vielleicht schon eine Abschlussarbeit zu den relevanten Themen geschrieben hat, kann sich unter http://www.univention.de/univention/open-source-engagement/absolventenpreis/teilnahmebedingungen/ über die Teilnahmebedingungen informieren.

Diesjähriger Millenium-Technologiepreis an zwei Preisträger vergeben

Alle sechs Monate wählt eine unabhängige Stiftung, die vom finnischen Staat und der finnischen Industrie getragen wird, Kandidaten aus, von denen eine Jury alle 2 Jahre Preisträger ermittelt. Normalerweise ist dies immer nur eine Person. In diesem Jahr geht der Preis gleich an zwei.

Der Millenium-Technologiepreis geht dieses Jahr unter anderem an den japanischen Stammzellenforscher Shinya Yamanaka, dessen Verdienste zur Herstellung vielseitig verwendbarer, induzierter Stammzellen ohne embryonale Zellen zu verwenden, in der Medikamentenforschung und Biotechnologie überwältigend seien.

Des weiteren gibt es neben Yamanaka einen zweiten Kandidaten für den Preis, Linus Torvald. Dessen Betriebssystemkern wurde zum weltweit bekannten Linux-Betriebssystem weiterentwickelt und löste, laut Aussage der Technology Academy, eine Kettenreaktion an Arbeitsaufwand aus, der mit 73 000 Mannjahren gleichzusetzen seien.

Linus Torvald sagte über seine Nominierung, dass der Preis “eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für Fortschritt in der Technologie” sei, und er sich deshalb sehr geehrt fühle. Zudem fügte er hinzu: “Software ist in der heutigen Welt viel zu wichtig, um nicht quelloffen entwickelt zu werden. Die wahre Bedeutung von Linux liegt darin, dass es von Menschen und Unternehmen dazu benutzt werden kann, ihre eigenen Dinge zu machen. Wir kommen allmählich zu dem Punkt, an dem Daten einfach Daten sind und wo wir uns nicht mehr mit verschiedenen Kommunikationskanälen für unterschiedliche Datenformen herumschlagen müssen.”

Natürlich freut sich Torvald’s Arbeitgeber, die Linux Foundation, mit dem Preisträger. Zemlin, der Executive Director der Foundation, verglich den Millenium-Technologiepreis mit einer Art Friedensnobelpreis der Technologie. Der Preis stehe für Innovation und gemeinschaftlichen Geist, den Linus Torvard voll und ganz verkörpere.

Damit reiht sich der Preisträger in eine Reihe von prominenten Forschern und Technikern ein. Unter denen sich auch Tim Berners-Lee befindet, der 2004 für seine Arbeit als “Begründer des World Wide Web” ausgezeichnet wurde.

(vgl. Markus Feilner, http://www.linux-magazin.de/content/view/full/67966)

 

Coverity Untersuchung beweißt: Open-Source-Software schneidet sehr gut ab

Das Scan-Projekt scan.coverity.com ist eine von der US-Regierung finanzierte Studie, die die Qualität und Sicherheit von Open-Source-Software untersucht. Das Unternehmen Coverity untersucht schon seit 2009 die Qualität von Quellcodes im Vergleich zwischen freien und offenen Projekten, und dies immer im Auftrag des US-amerikanischen Heimatschutzministeriums. Die letzte Untersuchung zeigt: die Qualität der Software hat weiter zugenommen.

Bei den Untersuchungen des letzten Jahres wurden 41 proprietäre Softwareprodukte mit insgesamt 300 Millionen Codezeilen und 45 große Open-Source-Projekte mit insgesamt 37 Millionen Codezeilen genauer unter die Lupe genommen.

Die Qualität der Software wird mit der Fehlerdichte pro 1.000 Codezeilen gemessen. Hier schneiden vor allem die Open-Source-Projekte gut ab, zu denen Linux Kernel 2.6, PHP 5.3 und PostgreSQL 9.1 zählen, die laut Coverity herausragende Beispiele für quelloffene Projekte darstellen. Pro 1.000 Codezeilen liegt die durchschnittliche Fehleranzahl bei 0,45. Bei proprietären Codes lag die Fehlerdichte mit 0,64 weitaus höher. Trotzdem liegen beiden Werte noch deutlich unter der für die Softwareindustrie üblichen Fehlerdichte von 1.0.

In der Einzeluntersuchung kam Coverity auf folgende Ergebnisse: Linux 6.2 lag mit 0,62 bei fast 7 Millionen Zeilencode relativ hoch im Vergleich zu PHP 5.3 mit einer Fehlerdichte von 0,20 bei 1,1 Millionen Zeilen und PostgreSQL 9.1 mit 0,21 Fehlerdichte bei 0,5 Million Zeilen schnitt am besten ab. Nach Aussage von Coverity verfügen vor allem PHP 5.3 und PostgreSQL 9.1 über eine sehr gute Qualität.

Die vollständige Untersuchung kann von der Seite von Coverity herunter geladen werden: http://softwareintegrity.coverity.com/coverity-scan-2011-open-source-integrity-report-registration.html

Münchner LiMux-Projekt steht vor dem Abschluss

Vergangenes Jahr haben wir über das Münchner Projekt LiMux berichtet, dass die Umstellung von rund 80% der Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung Münchens geplant hatte. Nun steht das Projekt vor dem Abschluss.

Inzwischen laufen 10.000 der 14.000 Rechner unter Linux. Bei diesen Rechnern ist Microsoft Office vollständig verschwunden und durch OpenOffice in der Version 3.2.1 ersetzt worden. Das Problem der nicht durch ein Fachverfahren ersetzbaren Makroanwendungen wurde durch die Umstellung auf zentral wartbare und qualitätsgesicherte Makro-bzw. Webanwendungen gelöst.

Ein großer Vorteil im Wechsel zu OpenOffice liegt in der Konsolidierung der ca. 900 ungesteuerten und undokumentierten Einzel-Makros. Durch das Projekt ist ein geordnetes System mit ca. 100 Makro-Fachanwendungen und 38 zentral gepflegten Webanwendungen entstanden.

Das durch MS-Office entstandene Chaos an Formularen, Vorlagen und Makros konnte unter anderem auch durch die optimierten Lösungen für Text-Verwaltungsaufgaben von WollMux in den Griff gebracht werden. Das selbst entwickelte System WollMux erleichtert das Arbeiten mit Vorlagen, Formularen und Briefköpfen.

Ganz nach dem Prinzip der Open-Source-Philosophie, sieht die Münchner Verwaltung vor, dass sie anderen Kommunen und Organisationen durch die entwickelten Vorlagen und Makros und die Erfahrung mit dem Projekt zur Seite steht. Da WollMux als OpenSource veröffentlicht wurde, nutzen nun auch andere Kommunen das System.

Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten, können sie dafür unter anderem unseren Blogeintrag “Weiterer Meilenstein bei Einführung von Linux-Lösungen” vom 29.09.2011 lesen.

Ubuntu plant auch für Handys verfügbar zu sein

Nachdem Ubuntu erfolgreich auf Rechnern läuft, soll es jetzt auch auf die Handys kommen.

Der Ubuntu-Hersteller Canonical möchte Ubuntu jetzt auch auf Handys einführen. Hierbei wird vor allem ein Auge auf Smartphones mit Android geworfen. Android und Ubuntu sollen gemeinsam zum Einsatz kommen.

Das Smartphone kann dann zum Beispiel an einen Monitor angeschlossen werden und durch die Ubuntu-Software hat der User die Möglichkeit, wie mit einem normalen PC zu arbeiten. Das Android-Device stellt mit einem Monitor einen PC-Ersatz dar. Dies soll vor allem für Unternehmen schmackhaft gemacht werden, da sich diese durch die Verbindung von Smartphone und Ubuntu-Software PC-Kosten sparen können. Durch die Verbindung von Smartphone und Ubuntu-Software ist nur noch ein Monitor notwendig um arbeiten zu können.

Neben dem Anschluss an einen Monitor als PC-Ersatz, besteht auch die Möglichkeit das Smartphone an einen Fernseher anzuschließen. Daraufhin startet die integrierte TV-Anwendung und der User kann über das Smartphone fernsehen.

Doch auch Motorola hat schon seit längerem ein zu Android parallel installiertes Linux-System. Die Idee von Canonical bleibt bei der Funktionsweise nah an dem schon bestehenden Motorola Atrix.

Canonical will mit seiner Idee vor allem die großen Handy-Hersteller ansprechen, die das Ubuntu für Android vorinstallieren können und somit einen Zusatznutzen anbieten.

Ubuntu extra für Unternehmen

Extra für Unternehmen hat Canonical, der Hersteller von Ubuntu, jetzt eine “Ubuntu Business Desktop Remix” Version vorgestellt.

Der Unterschied zur Standard Version liegt in der Konzentration auf unternehmensrelevante Anwendungen. In der speziellen Version fehlen beispielsweiße Spiele, Anwendungen für soziale Netzwerke, Filesharing, Entwicklungs- und Administrationswerkzeuge u.a. Zusätzlich wurden Adobes Flash-Plugin, Vmware View und OpenJDK6 hinzugefügt.

Der Sinn von dem Ganzen soll sein, durch die Konzentration auf das Wesentliche eine optimale Einsatzmöglichkeit für Desktopsysteme in Unternehmen zu bieten.

Vor allem Firmen, die sich für Ubuntu interessieren, aber es noch nicht anwenden, sollen mit Ubuntu Business Desktop Remix auf die im April erscheinende Version 12.04 LTS aufmerksam gemacht werden.

Die Version für Unternehmen kann nach einer Registrierung kostenlos heruntergeladen werden.

Studie beweißt: OpenStreetMap schneidet im Vergleich zu einem kommerziellen Anbieter gut ab

Forscher der Universität Heidelberg haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass die Karten von OpenStreetMap mittlerweile mit einem kommerziellen Anbieter weitgehend mithalten.

Das Kartenmaterial von OpenStreetMap, welches von mehr als 100.000 Internetnutzern weltweit ständig aktualisiert und bearbeitet wird, hat mittlerweile in manchen Bereichen fast ein Drittel mehr an Informationen erfasst, als etwa die des proprietären Anbieters TomTom. Vor allem in Sachen Rad- und Fußgängerwegen hat das freie Kartenprojekt mehr zu bieten, als seine kommerzielle Konkurrenz. Die Studie der Universität Heidelberg hat ergeben, dass OSM noch 9% der Daten hinter denen des Anbieters TomTom liegt. Doch die weitere Entwicklung wird positiv gesehen, so dass erwartet wird, dass dieser Rückstand schon 2012 aufgeholt werden könnte.

Allerdings hinkt OpenStreetMap vor allen in Sachen Abbiegevorschriften dem Konkurrenten hinterher. Während bei TomTom über 170.000 der sogenannten Turn Restrictions vorzufinden seien, sind es bei OSM nur 21.000. (Stand Juni 2011) Dieses Defizit tritt vor allem in weniger dicht besiedelten Gebieten auf, wie ländliche Territorien. Hier geht man davon aus, dass OSM doch noch einige Zeit brauchen wird um das aufzuholen.

Das Fazit der Forscher ist, dass OpenStreetMap 7 Jahre nach seiner Gründung zwar Stärken im Detail zeigt, aber dennoch noch ungefähr 5 Jahre braucht, um beim Routen von Fahrzeugen dem Standard des Konkurrenten TomTom gerecht werden zu können.

2011 kein gutes Jahr für Open Source?

Auch für Open Source war 2011 ein turbulentes Jahr. Doch so schlecht, wie man aufgrund der Aussagen von Bruce Byfield meinen mag, war es dann auch nicht.

Der renommierte Journalist im Linux-Umfeld, Bruce Byfield, hat das Jahr 2011 aus Open-Source-Sicht als Enttäuschung bezeichnet. Es hätte zwar keine wirklichen Katastrophen gegeben, dennoch war dieses Jahr durch eine Menge Enttäuschungen gezeichnet. Einzig die einigen glücklichen Entwicklungen in diesem Jahr konnten dies wieder abmildern.

Eine große Belastung, die 2011 scheinbar verstärkt wurde, ist die schon seit langem bestehende Bedrohung durch Patente. Auch die in den USA durchgeführte Gesetzesreform ließ die meisten Patenmissstände außer Acht. Microsoft konnte beispielsweiße Hersteller von Android-Geräten bedrohen und abkassieren. Das ACTA-Gesetz, das als halb-geheim gilt, trat in Kraft. Dieses könnte eventuell verschiedene Aspekte der freien Software kriminalisieren. Neben diesen Gesetzesänderungen sind weitere Gesetze in Arbeit, die aber die Schäden durch Raubkopierer unbeachtet lassen. Nach Byfields Meinung könnten diese Gesetze der Grund dafür sein, warum es dieses Jahr doch sehr ruhig bei Open-Source-Unternehmen war.

Die Gründung von Xamarin, welches die kommerziellen Produkte auf Basis von Mono für die Mobil-Betriebssysteme iOS (MonoTouch) und Android (MonoDroid) entwickelt und vertreibt, war eine der positiven Entwicklungen des Jahres. Doch der Rest sieht eher düster aus. Attachmate übernahm Novell, Nokia verließ MeeGo. Der daraufhin vorgestellte Nachfolger Tizen gilt bei einigen Kommentatoren als „Totgeburt“. HP machte WebOS zu einem freien Projekt, doch die Entwicklung für die Zukunft ist und bleibt ungewiss.

Eine Schädigung des Rufs von Linux und eine zeitweise Behinderung für die Zusammenarbeit sieht Byfield in der Kompromittierung der Server von Kernel.org und der Linux Foundation. Einen steilen Abstieg erlebte Bitcoin, obwohl dieses eine Zeitlang von der EFF empfohlen wurde.

Auch einen Abstieg mussten einige Gemeinschaftsprojekte erfahren. Google Chrome kam 2011 auf den gleichen Marktanteil wie Firefox. Die Reaktion von Mozilla, die Veröffentlichungsfrequenz zu erhöhen, wurde nicht von allen Nutzern willkommen geheißen.

Neben diesen eher negativen Entwicklungen, erlebte OpenOffice.org die wohl größte Talfahrt des Jahres. Es wurde der Apache Foundation übergeben und hat nun als Inkubator-Projekt einige Arbeiten zu leisten, um offizielles Apache-Projekt zu werden. Einigen Meinungen zufolge wird OpenOffice.org den Inkubator vielleicht nie verlassen, und nach einem Code-Audit noch eine letzte Veröffentlichung machen. Die nützlichen Teile davon könnten von LibreOffice übernommen werden. Wenigstens der Aufstieg von LibreOffice stellt eine positive Entwicklung 2011 dar.

Auch der Versuch, die Beteiligung von Frauen in freien Software zu erhöhen, ist nach Byfield nicht zufriedenstellend gelungen. Der einzige Erfolg der Ada-Initiative sei gewesen, dass sich verschiedene Konferenzen verpflichtet hätten, gegen Belästigung von Frauen vorzugehen. Doch das Projekt habe viele Spendengelder gekostet und habe im Endeffekt nicht viel erreicht. Dies könnte besser werden, wenn die Initiative als gemeinnützige Organisation eingetragen ist.

Neben diesen vernichtenden Aussagen über die Entwicklungen im Jahr 2011, hebt Byfield auch die Bemühungen von Debian heraus, die sich das ganze Jahr neu erfunden haben mit der Zusammenarbeit mit den auf Debian beruhenden Distributionen und der neuen Mitgliedschaft.

Auch die technologische Entwicklung werden von Byfield eher schlecht beurteilt. Vor allem die Kontroverse um Gnome und Unity wirft Fragen auf. Die von beiden entwickelten Oberflächen, die sich auch für Mobilgeräte mit kleinen Bildschirmen geeignet machen sollten, wurden auf dem Desktop heftig abgelehnt, woran man laut Byfield die schlechte Kommunikation zwischen den Entwicklern und Benutzern bemerkt. Vor allem der Alleingang von Ubuntu durch Unity regt zum Nachdenken an, warum Canonical nicht fähig war, mit Gnome zusammenzuarbeiten.

Auch die Notwendigkeit von 3D-Hardwarebeschleunigung für Gnome und Unity ist nicht ganz klar, denn in manchen Umgebungen existieren noch keine freien Treiber. Doch die Frage wird hinfällig, wenn man bedenkt, dass Gnome voraussichtlich in Version 3.4 und Unity bereits seit Ubuntu 11.10 keine 3D-Hardwarebeschleunigung mehr benötigt. Die Gemeinschaft half sich selbst mit Erweiterungen zur Gnome-Shell und Unity, und dass Alternativen wie Xfce und LXDE neue Beachtungen fanden.

Im Großen und Ganzen kommt Byfield für das Jahr 2011 zu dem Schluss, dass man an den Entwicklungen sehen kann, wie robust freie und Open-Source-Software gegen Rückschläge ist. Seiner Aussage nach, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Jahr 2012, je nach dem, besser oder noch besser wird. So schlecht kann das Jahr 2011 also gar nicht gewesen sein für Open Source.

Ubuntu will in Konkurrenz zu Android und Tizen treten

Zur diesjährigen Ubuntu-Entwicklerkonferenz in Orlando veröffentlichte Ubuntu-Community-Manager Jono Bacon einen Bericht über die Pläne für Ubuntu 12.04 LTS.

Neben den Plänen für die neueste Version stellte Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth auch seine Vision für 2014 vor. Version 12.04 wird versuchen die erfahrenen Nutzer anzusprechen und soll als LTS-Version (Long Term Support) mit 5 Jahren Support auch für die Desktop-Variante kommen. Da die Nachfrage nach einer Unternehmensversion von Ubuntu ansteigt, würde dies, laut Shuttleworth, besser auf die Bedürfnisse der Unternehmensanwender passen, und es wird deshalb ein Referenz-Desktop für Unternehmen veröffentlicht.

Die Schwerpunkte für die nächsten Jahren sind unter anderem die Cloud mit der Plattform OpenStack und Ubuntu One, ARM-CPUs und aufgrund dessen, dass der Wechsel vom klassischen Computer auf neue Geräte zunimmt, gilt als weiteres Ziel die Verbreitung von Ubuntu auf alle Mobilgeräte. Dies soll offenbar in Konkurrenz zu Android und Tizen geschehen. Die GNOME-basierte grafische Oberfläche Unity soll auch für all diese Geräte zum Einsatz kommen, ebenso wie die weitgehende Vernetzung aller Geräte.

Die Einzelheiten zur kommenden Version 12.04 LTS wurden in zahlreichen Vorträgen diskutiert und vorgestellt. Der Hauptaugenmerk gilt hier der Stabilität, auch auf dem Desktop. Des weiteren werden auch auf den Energieverbrauch und den anderen bisherigen Problembereichen mehr Aufmerksamkeit aufgewendet werden. Das Booten soll beschleunigt werden und auch wie das Suspendieren und Aufwecken, ohne Text-Fehlermeldungen auf dem Bildschirm vor sich gehen. Für die Beschleunigung wollen die Entwickler im Normalfall auf Initial Ramdisk verzichten. Es soll eine Datenbank mit Fehlerberichten von abgestürzten Programmen entstehen.

Für mehr Zuverlässigkeit soll die Test-Infrastruktur für den Server verbessert werden. Zusätzlich soll eine Verbesserung der Installation der Cloud eingeführt und die neueste Version von OpenStack integriert werden. Weitere Cloud-Features und -Aktualisierungen sind geplant, ebenso wie Unterstützung für zusätzliche ARM-Systeme.

Der Kernel wird voraussichtlich auf Linux 3.2 beruhen und eventuell auf die Unterstützung von alten 32-Bit-CPUs ohne PAE verzichten.

Bis es allerdings so weit ist, dass die Nutzer mobiles Ubuntu nutzen können, wird noch einige Zeit vergehen. Laut Shuttleworth könnte Ubuntu am 14.04.2014 auf dem gewünschten Stand sein.