Alle sechs Monate wählt eine unabhängige Stiftung, die vom finnischen Staat und der finnischen Industrie getragen wird, Kandidaten aus, von denen eine Jury alle 2 Jahre Preisträger ermittelt. Normalerweise ist dies immer nur eine Person. In diesem Jahr geht der Preis gleich an zwei.
Der Millenium-Technologiepreis geht dieses Jahr unter anderem an den japanischen Stammzellenforscher Shinya Yamanaka, dessen Verdienste zur Herstellung vielseitig verwendbarer, induzierter Stammzellen ohne embryonale Zellen zu verwenden, in der Medikamentenforschung und Biotechnologie überwältigend seien.
Des weiteren gibt es neben Yamanaka einen zweiten Kandidaten für den Preis, Linus Torvald. Dessen Betriebssystemkern wurde zum weltweit bekannten Linux-Betriebssystem weiterentwickelt und löste, laut Aussage der Technology Academy, eine Kettenreaktion an Arbeitsaufwand aus, der mit 73 000 Mannjahren gleichzusetzen seien.
Linus Torvald sagte über seine Nominierung, dass der Preis “eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für Fortschritt in der Technologie” sei, und er sich deshalb sehr geehrt fühle. Zudem fügte er hinzu: “Software ist in der heutigen Welt viel zu wichtig, um nicht quelloffen entwickelt zu werden. Die wahre Bedeutung von Linux liegt darin, dass es von Menschen und Unternehmen dazu benutzt werden kann, ihre eigenen Dinge zu machen. Wir kommen allmählich zu dem Punkt, an dem Daten einfach Daten sind und wo wir uns nicht mehr mit verschiedenen Kommunikationskanälen für unterschiedliche Datenformen herumschlagen müssen.”
Natürlich freut sich Torvald’s Arbeitgeber, die Linux Foundation, mit dem Preisträger. Zemlin, der Executive Director der Foundation, verglich den Millenium-Technologiepreis mit einer Art Friedensnobelpreis der Technologie. Der Preis stehe für Innovation und gemeinschaftlichen Geist, den Linus Torvard voll und ganz verkörpere.
Damit reiht sich der Preisträger in eine Reihe von prominenten Forschern und Technikern ein. Unter denen sich auch Tim Berners-Lee befindet, der 2004 für seine Arbeit als “Begründer des World Wide Web” ausgezeichnet wurde.
(vgl. Markus Feilner, http://www.linux-magazin.de/content/view/full/67966)