Eine überzogene Lizenzforderung von einem proprietären Anbieter hat nun zur Folge, dass ein portugiesisches Krankenhaus seine 3000 PCs auf OpenOffice.org umstellt.
Wie das Open-Source-Portal Joinup mitteilte, (unter Berufung auf einen Artikel in der Zeitung “Expresso”) war das Krankenhaus in Sao Joao (Porto) Nutzer eine proprietären Office-Suite. Das Gesundheitsministerium habe 2011 rund 7,5 Millionen Euro für Office-Lizenzen für 40 Krankenhäuser gezahlt. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um einen Rahmenvertrag handelte. Dennoch stellte der Software-Hersteller nach einer Prüfung nochmals eine Million Euro in Rechnung. Zusätzlich verweigerte er Verhandlungen über ein Gesamtpaket für vier Kliniken in der Nähe von Porto, über welches das Gesundheitsministerium einen günstigeren Preis hätte erzielen können.Die Office-Lizenzen sollten auch in Zukunft nicht mehr über das Ministerium, sondern direkt über den Anbieter laufen.
Doch der Software-Anbieter hatte seine Rechnung ohne die Klinik Sao Joao gemacht. Ein Kliniksprecher sprach von “missbräuchlichen Monopol” und das Krankenhaus zieht aus der Geschichte die Konsequenz, auf weitere Angebote des Herstellers zu verzichten. Es sollen nun alle 3000 PCs auf OpenOffice.org umgestellt werden. Aufgrund von Ähnlichkeiten des verwendeten und des in Zukunft verwendeten Office-Paketes erwartet die Klinikleitung keine nennenswerten Schulungskosten, und die Umstellung sollte in 12 Monaten durchführbar sein.
Das Gesundheitsministerium hat verlauten lassen, dass sie den Krankenhausverwaltungen freie Hand lässt bei der Wahl des Software-Anbieters. Diese können sich entweder für den ausgehandelten Vertrag mit dem proprietären Anbieter entscheiden, oder auch auf freie Software umstellen. Zudem sei die Gleichstellung von freier und proprietärer Software schon eine gesetzlich beschlossene Sache und wird von den Behörden immer mehr unterstützt.